Update 26.4.2008: Tanz in den Mai 2008 abgesagt (s.u.)
Privatinitiative ‚kultiviert‘ Hansaplatz auch 2008
Die Initiative ‚Kultur statt Kameras‘ aus Hamburg St. Georg hat es geschafft auch für 2008 ein Programm für den Hansaplatz zu erstellen. Ziel der verschiedenen Veranstaltungen und Aktivitäten ist eine Art kulturelle Initialzündung, um den Hansaplatz für die Bewohner St. Georgs wieder bzw. stärker zu einem lebenswerten Platz zu machen. Wahrscheinlich wird der Stadtteilbeirat St. Georg von der Initiative mit einigen Anträgen zur finanziellen Förderung einzelner Veranstaltungen gelöchert werden, aber das bleibt abzuwarten.
Der ‚Kultur statt Kameras‘ Newsletter vom 24.3.2008
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Vollzitat der Email (leicht editiert)
Liebe Freunde des Hansaplatzes,
hier kommt Euer Newsletter!
Das Programm für die ‚Kultur statt Kameras‘-Saison 2008 steht! Ab April werden wieder Anwohner und Bürger aus Sankt Georg den Hansaplatz jeden ersten Donnerstag im Monat zum Wohnzimmer unseres Viertels machen. Wir wollen wieder gemeinsam grillen, spielen, Filme gucken, Musik und Lesungen lauschen. Vor einem Jahr ist ‚Kultur statt Kameras‘ an den Start gegangen, um den Hansaplatz mit Stadtteilkultur wieder zu einem netten Fleck für Sankt Georgs Bewohner und seine Gäste zu machen. Am 3. April ist die Winterpause vorbei.
Update 26.4.2008: Tanz in den Mai 2008 auf dem Hansaplatz abgesagt
Veranstalter Zaubertrank, Brennerstraße gibt im Zaubertrank Forum am 24.4.2008 die Absage des Tanz in den Mai 2008 bekannt.
Kurzversion: Behörden (Polizei, Bezirksamt), Zaubertrank (Veranstalter) kommen nicht zusammen. Zaubertrank hat keinen Bock auf Behördenschikane, also wird abgesagt. Schade. Das hätte vermieden werden können/sollen. Alternativparty: Zaubertrank Dachfläche ab 20:00.
Die Situation eröffnet ein paar interessante Aspekte
Waffenverbot auf dem Hansaplatz: Interessant ist in diesem Fall welche Rolle das Waffenverbotsgesetz auf dem Hansaplatz bei dieser, nun abgesagten, Veranstaltung spielt, da anscheinend viele Freunde vom Zaubertrank in mittelalterlicher Gewandung inkl. Blankwaffen kommen wollten bzw. erwartet wurden. Jetzt frage ich mich natürlich inwieweit diese Veranstaltung dann noch den Charakter einer lokalen St. Georger Anwohnerveranstaltung gehabt hätte? Aber das kann man sich natürlich auch beim Straßenfest Bunte Lange Reihe fragen.
Nachbarschaftstreffen: Die ersten zwei Sätze des letzten Absatzes im Zitat müssen lokalpolitisch anscheinend dringend aufgearbeitet werden. Die Polizei kann doch nicht ernsthaft erwarten, dass zum Grillen auf dem Hansaplatz vorher eine Sondernutzung des Platzes beantragt werden muss, wenn auf dem Platz ständig alles Mögliche konsumiert wird.
Die Absage in Kurzform
Tja, ich wollte auf dem Hansaplatz, hier am Anfang der Straße, den Tanz in den Mai veranstalten und nun habe ich das Fest absagen müssen, die Polizei in Hamburg legt einem so viele Steine in den Weg und macht jede Bürgerveranstaltung zum Anmeldemätzchen, da habe ich keine Lust drauf. (…)
Gestern Morgen nun kam der Polizist Herr Mock zu uns in den Laden, Antje nahm ihn in Empfang weil ich unterwegs war, und informierte uns dahingehend, daß ab 22:00 Uhr keine Musik mehr gemacht werden und auch kein Film mehr vorgeführt werden dürfe. Weiterhin würde er selber auf dem Fest, in Begleitung eines zweiten Kollegen, sein und jede Blankwaffe, sei sie auch noch so klein, auch bei Gewandeten, sicherstellen wolle, einschließlich Strafanzeige. Sogar dem Griller wolle er das Messer und die Gabel abnehmen, außer ich beantrage eine Ausnahme vorher. Auf meine Einwendung, ich war inzwischen wieder eingetroffen, er könne doch jetzt eine Ausnahmegenehmigung ausstellen oder zumindest den Antrag aufnehmen, entgegnete er abweisend (sprich, das wollte er nicht).
Da ich mich gern den sich mir ergebenden Problemen stelle, hätte ich das gern ausgekämpft, aber ich kann unter diesen Umständen nicht zu einem heidnischen Fest in Gewandung laden und alle meine Gäste der Gefahr aussetzen, strafrechtlich verfolgt zu werden. Daher stornierte ich sofort alle Aktivitäten und zog den Antrag auf Genehmigung zurück. (…)
Auch ist die Polizei der Meinung, daß alle Bürger, die sich zum Grillen auf dem Hansaplatz treffen, vorher eine Sondernutzung des Platzes beantragen müssen, auch wenn man sich für ein Nachbarschaftstreffen auf dem Platz verabredet ist ein Antrag auf Sondernutzung fällig. Wenn sich die Trinker auf dem Platz treffen ist das aber nicht der Fall, auch nicht, wenn die sich Essen auf dem Platz zubereiten. In meinen Augen klar Amtsmissbrauch und klarer Weg zum Polizeistaat. Dem gehört ein Riegel vorgeschoben. Das werde ich auf dem Bürgertreffen in der Wolgastschule am kommenden Dienstag Abend kommunizieren. (…)
Quelle: Absage des Tanz in den Mai 2008
- Die weiteren Kommentare unterhalb der Absage sind auch ganz erhellend und informativ.
- Die Stadtteilbeiratssitzung am Dienstag könnte ganz lustig werden, wenn bei dem Thema Behördenvertreter und Mitbürger aufeinander treffen.
Programm 2008 – ‚Kultur statt Kameras‘
- Donnerstag, 3. April „Der Hansaplatz blüht auf“
Nachmittags ab 15 Uhr lassen Kinder und Jugendliche aus Sankt Georg den Frühling auf dem Hansaplatz einziehen. Gegen Abend kommt Musik dazu. Ein Blumenmarkt eröffnet die Balkon- und Gartensaison. - Abgesagt
Mittwoch, 30. April „Tanz in den Mai“
Am Mittwochabend wird ab 19 Uhr zum „Tanz in den Mai“ geladen. Veranstalter ist der Zaubertrank, Brennerstraße - Donnerstag, 1. Mai „Angrillen“
Am Tag der Arbeit treffen wir uns ab 17 Uhr zum klassenlosen Grillen rund um den Brunnen – wie gehabt: jeder bringt mit was er braucht und gerne hat. - Donnerstag, 5. Juni „Nacht der Chöre“
Ab 19.30 Uhr lassen Chöre aus Sankt Georg den Platz erklingen. - *Donnerstag, 3. Juli „Orientalische Nacht“
Ein Treffen der Kulturen – mit Basar, orientalischen Klängen, Düften und Geschmäckern. Ab 18 Uhr. - Donnerstag, 7. August „Jazz vs. Lyrics“
Zum Wettstreit um die Zuschauergunst treten Jazzmusiker und junge Autoren auf der Schauspielhaus-Bühne auf. Kommen und lauschen. - Donnerstag, 4, September „Spielen Spielen Spielen“
Ein Abend der Brett-, Ball- und Boule-Spiele. Tischtennisplatten, Torwandschießen, Monopoly, Federball oder Mensch ärger dich nicht? Gönnt Eure Lieblingsspielen einen Ausflug ins Freie – ab 18 Uhr. - Donnerstag, 2. Oktober „Open Air-Kino“
Ab 19 Uhr. als „warm-up“ gibt’s Uli Gehners Doku über ‚Kultur statt Kameras‘. Danach richtig großes Kino… dieses Jahr mit PopCorn!
Nähere Informationen zu Veranstaltungen, Kontakt und Hintergründe zu ‚Kultur statt Kameras‘ auf www.hansaplatz.de.
Grüße aus der Bremer Reihe!
// Ann-Sophie Doderer & Kristopher Sell
www.hansaplatz.de
Blog Reaktionen zu 'Kultur statt Kameras'
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