In Hamburg sagt man Tschüß & Manche nennen es Winter
Diesen ‘harten’ Winter wird man in Hamburg nicht so schnell vergessen. Zum krönenden Abschluss nahm Bürgerschaftspräsident Herr Röder (CDU) seinen persönlichen vereisten Frustberg in Angriff und trat wg. ein bisschen zu viel Herumtelefonieren in eigener Sache zurück. Davor konnten sich die Behörden nur zu einem Mini-Alstereisvergnügen durchringen. Das hielt wiederum die eissüchtigen Hamburger nicht davon ab, ihr ganz persönliches Eisvergnügen auf der Außenalster zu suchen. Spätestens ab dem sonnigen Dienstag, den 26. Januar 2010, gehörte die riesige zugefrorene Fläche der Außenalster (10 Traumfotos!) den risikobereiten Hamburgern.
Am Wochenende 20./21.2.2010 zeichnete sich dann das Ende des Alstereisvergnügens 2010 ab. Mit Temperaturen tagsüber über null Grad begannen Schnee und Eis zu schmelzen. Die Eisfläche der Außenalster verwandelte sich in eine riesige matschige Eispfütze. Nur noch die wirklich risikobereiten Hamburger wagten sich noch einmal auf das Eis, während überall am Ufer der Außenalster bereits rot-weißes Flatterband die ernsthaft gefährlichen Stellen markierte.
Katastrophales Wintermanagement
Was allen Hamburgern aber, neben dem kleinen Alstereisvergnügen, nachhaltig in Erinnerung bleiben dürfte, ist das unglaubliche Katastrophenmanagement in Sachen Eis & Schnee auf Hamburgs Straßen, Bürgersteigen und Wegen über schrecklich glatte zwei Monate.
Dass sich eine Weltstadt wie Hamburg von ‘manche nennen es Winter’ derartig und andauernd hat überrumpeln lassen, ist vorher überhaupt nicht vorstellbar gewesen. Der Winter 2010 wird als der Hamburger Winter in der Erinnerung bleiben, in dem sich ganz Hamburg von Schnee & Eis in eine vermeidbare Wetterkatastrophe hat bugsieren lassen.
Es sind nicht nur die Leitungen der Behörden oder der Senat, die sich den Schuh anziehen dürfen! Auch die privaten Räumdienste, die, wie bekannt wurde, für eher symbolische Minientlohnungen wie 0,60 € pro Quadratmeter für den ganzen Winter, vertraglich zum Räumen verpflichtet wurden, sind nicht alleine die anzuklagenden Schuldenböcke. Flächendeckend hat ganz Hamburg beim Winterdienst versagt.
Dass dies für Behinderte, ältere Mitbürger, Rollstuhlfahrer und natürlich auch für ängstliche Fußgänger einem Hausarrest gleich kam, das ist die eigentliche Schande für die Weltstadt Hamburg. Von den übermäßig vielen Verletzten und einfach nur so vor sich hin stürzenden Menschen ganz zu schweigen.
Die Räumung der Wege hätte frühzeitig durchgesetzt werden müssen. Punkt. Zusätzlich hätte die Stadt über die Medien und notfalls per Lautsprecherdurchsagen an die Hamburger apellieren müssen, die Bürgersteige und evtl. auch die Nebenstraßen zu räumen.
Was unter dem Strich bleibt vom Winter 2010 in Hamburg ist ein sehr sehr übler Nachgeschmack. Der Stadt Hamburg und allen Hamburgern ist es nicht gelungen die Weltstadt Hamburg, trotz ein bisschen ‘manche nennen es Winter’, auch im Winter als lebenswerte Stadt zu präsentieren. Darüber täuschen auch die unbestreitbar schicken Winterbilder nicht hinweg.