“Tanz vor Logo”, “schießende Mädchen”, “Auto berühren”, ...
Ungeschlagener Favorit: In Löcher blicken. Peter Piller hat über 6.000 Fotos aus vorwiegend Regionalzeitungen gesammelt und in Serien zusammen gefasst. Zusätzlich gibt es weitere Archive (Luftfoto, Internetfoto, ...).
Die Pflicht zur Berichterstattung und die mögliche Qual des dokumentieren müssenden Fotoreporters wird in den Fotoserien greifbar. Die Webseiten wirken spröde, aber der pure Charakter der Fotos wird durch das Fehlen jeder multimedialen Anhübschung hervor gehoben. Im Gegensatz zu dem Projekt MindStorm ist hier ein klassischer schwarz-weiß Ansatz zu finden.
Welche Blüten Fotos in Zeitungen treiben können zeigt ja wunderbar das Archiv von www.peterpiller.de. Ich empfehle hier das Zeitungsarchiv und hier zum Beispiel die Unterrubrik “Auto berühren” oder “Bauerwartungsflächen”. Herrlich. “Fotografenauto” kann ich auch bestens nachvollziehen – meine Autos mussten zu meiner Lokalreporterzeit auch mehrfach herhalten.
Quelle/Tipp: Jan Tißler
Über Peter Piller
Peter Piller, geb. 1968
bisherige Wohnsitze: Fritzlar, Kassel, Idar-Oberstein, Würzburg, Hamburg, Leipzig
Studium: Geographie, Germanistik, Kunstpädagogik, 1. Staatsexamen, Diplom Freie Kunst in Hamburg bei F. E. Walther
“Lebensabschnitte, Berufstätigkeiten, Deutschlandbilder”
- 2005: Gastprofessur HfBK Hamburg
- 2006: Professur für Fotografie im Feld zeitgenössischer Kunst, HGB Leipzig
Daten zitiert von zur Person Peter Piller
Nachtrag 25.5.2007: Preisgeld für Peter Piller, Werk für die Kunsthalle (Hamburger Abendblatt)
(...) Der Kunst-Preis der Schweizer Versicherungsgruppe umfasst zudem die Schenkung eines Werkes der Preisträger an ausgewählte Kunstmuseen.
Stolz kann sich deshalb die Kunsthalle (Hamburg d. Red.) jetzt als Eigentümer der Piller-Arbeit “Ungeklärte Fälle” rühmen. Das sind wunderbar alltägliche Presse-Szenarien, die unfreiwillig neue Bedeutungen offenbaren.